Ahnenforschung-Gottwald. Schlesien

Dies ist eine private Website ohne geschäftliches Interesse (ohne Erwerbsabsicht)

Als Ahnenforscher Manfred Kruse von Ahnenforschung-Gottwald. Schlesien bin ich mit Unterstützung der Computergenealogie  auf der Suche nach den Vorfahren meiner Frau Renate Kruse (geb. Gottwald) in Niederschlesien, Kreis Habelschwerdt (Gompersdorf und Mühlbach). Historisch: "Grafschaft Glatz". Mein Forschungsschwerpunkt liegt bei den Familiennamen: "Gottwald und Schnurpfeil". Meine Frau Renate Kruse ist die Probandin. Gompersdorf heißt heute polnisch: "Goszów", Mühlbach heißt polnisch: "Młynowiec" und Habelschwerdt heißt polnisch: "Bystrzyca Kłodzka".

Der Landkreis Habelschwerdt war ein preußischer Landkreis in Schlesien, der von 1818 bis 1945 bestand. Seine Kreisstadt war die Stadt Habelschwerdt. Heute gehört das Territorium des ehemaligen Landkreises, das wie eine Halbinsel nach Böhmen hineinragt, zum polnischen Powiat Kłodzki in der südwestpolnischen Woiwodschaft Niederschlesien.

(Quelle: https://de.wikipedia.org)

Diese Homepage kann dazu beitragen, daß in den nachfolgenden Generationen die Kenntnis von den ehemaligen deutschen Ostgebieten östlich der Oder-Neiße-Linie im Gedächtnis bleibt, die in Folge des Zweiten Weltkrieges (1939-1945), verloren gingen. Dazu gehört auch Schlesien, die Heimat von meinen Schwiegereltern. Es muss furchtbar sein, seine Heimat verlassen zu müssen und zwangsweise vertrieben zu werden, nur an Besitz das mitnehmen zu dürfen, was man selber tragen kann.

Weil meine Schwiegereltern bedingt durch ihre Vertreibung aus Niederschlesien nach dem Zweiten Weltkrieg (1939-1945) ihr Eigentum verloren haben, sind auch einige persönliche Aufzeichnungen, Fotos und Urkunden nicht mehr vorhanden. Als Mitglied im Genealogie-Verein FGG (Forschungsgruppe Grafschaft Glatz), ergänzt durch meine Recherche im Internet, konnte ich dennoch erfolgreich sein vor dem schwierigen Hintergrund, daß ihre damalige Heimat heute in Polen liegt. (Anmerkung: Schlesiens größter Teil liegt heute in Polen, ein kleiner Teil im Westen von Niederschlesien gehört zu Deutschland und ein südlicher Teil von Oberschlesien gehört heute zu Tschechien).

 

Meine Schwiegereltern sind durch die Vertreibung nach Kriegsende 1945 im Großraum Bremen in Niedersachsen gelandet zusammen mit der Schwägerin (Witwe des gefallenen Bruders) meines Schwiegervaters und deren kleinem Sohn. Eine Cousine meines Schwiegervaters ist nach Oldenburg gekommen. An dem neuen Wohnort meiner Schwiegereltern gab es mehrere Heimatvertriebene aus Schlesien, die sich teilweise noch von früher kannten und gegenseitig halfen.

Außerdem ist ein Großteil der Verwandtschaft bei der Vertreibung nach 1945 im Gebiet in und um Leipzig gestrandet, welches von 1949 bis 1990 zur damaligen DDR (Deutsche Demokratische Republik) gehörte. Die politischen bzw. historischen Details werde ich dabei nur kurz skizzieren, weil diese in jedem Geschichtsbuch nachzuschlagen sind.

Mein Schwiegervater wurde bereits mit 17 Jahren zum Wehrdienst eingezogen und hatte bedingt durch seine Soldatenzeit bei der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg 1939-1945 und der anschließenden französischen Kriegsgefangenschaft, bis er 23 Jahre alt war, in seiner Jugend keinen Beruf gelernt und ging in der Nachkriegszeit zuerst als Bauarbeiter auf den Bau. Da die deutschen Städte durch die Luftangriffe der Alliierten durch Bomben mehr oder weniger stark zerstört waren, gab es in der Baubranche jede Menge Arbeit, zumal es fast keine Maschinen gab und alles mit Muskelkraft gemacht werden musste. Schließlich ist mein Schwiegervater als Fabrikarbeiter in der Produktion gewesen, wo er bis zur Rente gearbeitet hat. Meine Schwiegermutter war Hausfrau und Mutter von 3 Kindern. Weil ein großer Teil der Verwandtschaft im Leipziger Großraum gelandet war, war der Kontakt zu ihnen durch die Teilung Deutschlands von 1949 bis 1989 in die Bundesrepublik Deutschland BRD und die Deutsche Demokratische Republik DDR sehr stark eingeschränkt. Meine Schwiegermutter hat oft Pakete in die DDR geschickt mit Marken - Klamotten und Schokolade. DDR - Bürger durften nur in den Westen reisen, wenn sie Rentner waren. Dann durften sie sogar im Westen bleiben und dort wohnen. Erwerbstätige durften nur allein Verwandte im Westen besuchen und mussten ihre Familie in der DDR zurück lassen. Bei der Silberhochzeit meiner Schwiegereltern 1977 war die DDR - Verwandtschaft zu Besuch bei ihnen zum Feiern.

Online seit 24.09.2020,  Gestaltung und Realisierung: Manfred Kruse, Baiersdorf, Germany

Copyright © 2020-2021 Manfred Kruse, Baiersdorf, Germany, letztes Update: Juni 2021

Bildnachweis: Fotos und Dokumente stammen aus dem Archiv von Manfred Kruse

Hintergrundbild: Väterliche Verwandtschaft meiner Frau Renate anno ca. 1943 © 2020 Manfred Kruse, Baiersdorf, Germany

Die Fotos und Informationen stammen aus mündlichen Überlieferungen meiner Frau Renate und deren Vater Richard sowie dessen Nachlass nach seinem Tod. Außerdem habe ich Details von der Verwandtschaft in Sachsen erfragt.

Ausgangsquelle: Vorfahren von Richard Gottwald bzw. Hildegard Schnurpfeil wurden mir 2013 per Email zugeschickt als gedcom - sowie als word - Dateien von Achim Weise, mein Vereinskamerad in der FGG (Forschungsgruppe Grafschaft Glatz), Genealogieverein

- gescannte katholische Kirchenbücher aus Online - Archiv der Forschungsgruppe Grafschaft Glatz (FGG)

- Mein Online - Familienstammbaum auf MyHeritage

- Standesamt I in Berlin (Auslandsstandesamt für die Bundesrepublik Deutschland und als Ersatzstandesamt für ehemals deutsche Gebiete)

- Anneliese L. (geb. Gottwald) aus USA, Forscherkollegin

Ich betreibe seit nunmehr 1. Mai 2013 intensive Ahnenforschung (Computergenealogie) auf meiner Familienseite "Kruse Family" bei MyHeritage. Bitte Link (grün markiert) anklicken. Zudem erforsche ich meinen eigenen Stammbaum (Ahnenreihe) mittels DNA-Genealogie.

Die Ahnen meiner Frau Renate (geb. Gottwald) sehen Sie unter dem Link  https://www.myheritage.de/site-835295291/ahnen-gottwald

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Siehe auch die Homepage meiner Ahnen (nachfolgender Link):

Ahnenforschung Kruse Baiersdorf   https://www.ahnenkruse.de

Ehemalige deutsche Ostgebiete: Das Standesamt I in Berlin ist das Auslandsstandesamt für die ehemaligen deutschen Ostgebiete vor 1945. Aber viele Kirchenbücher in Schlesien sind noch in den Kirchen im heutigen Polen bei polnischen Pfarrern. Deshalb bin ich seit 2013 Mitglied im Genealogie-Verein FGG (Forschungsgruppe Grafschaft Glatz). Etliche Mitglieder wurden dort noch geboren und sterben jetzt langsam weg. In der Vergangenheit haben sie Studienfahrten nach Polen gemacht und dort die alten Kirchenbücher in den Kirchen vor Ort Seite für Seite fotografiert und für die Mitglieder ins Online Archiv gestellt. Ohne diese fleißigen Pioniere wäre meine Arbeit zu dem Stammbaum meiner Frau gar nicht möglich gewesen.

Ohne die vielen Kirchenbuchforscher, die oft ein halbes Leben lang, die gesamten alten Kirchenbücher innerhalb einer Pfarrei abschreiben und damit digitalisieren für die Suchmaschinen oder wenigsten abfotografieren im JPEG Dateiformat und für uns gewöhnliche Ahnenforscher zur Verfügung stellen, wäre meine Familienforschung grundsätzlich nicht möglich.

 

Nachfolgende Quellen (Links) habe ich für den Stammbaum meiner Frau benutzt:

MyHeritage, Stammbaum erstellen

Standesamt I in Berlin

Bundesarchiv

GenWiki Mailinglisten

Standesamt Stadt Zwenkau

Kriegsende 1945 | Vertreibung (BR24)

​Auf Wunsch Links zuvor anklicken.

1945 bis 1947 war ​die größte Völkervertreibung der Weltgeschichte.

15 Millionen Deutsche wurden aus ihrer Heimat Schlesien, Pommern, Danzig, Ost- und Westpreußen, Ost-Brandenburg, dem Sudetenland und den deutschen Siedlungsgebieten in Osteuropa vertrieben, ca. 2,8 Millionen Menschen verloren dabei ihr Leben.

Aus der Grafschaft Glatz in Schlesien (der Heimat meiner Schwiegereltern und ihrer Verwandtschaft) erfolgte der  Abtransport der Menschen in Viehwaggons der Eisenbahn. Laut Tagesbefehl des Bevollmächtigten der Polnischen Regierung sowie der Kommandantur des Polnisches Heeres für den Bezirk Glatz vom 29. Juni 1945 hat die gesamte deutsche Bevölkerung das polnische Staatsgebiet zu verlassen (Schlesien wurde zum größten Teil von Polen als polnisches Staatsgebiet erklärt). Beim Verlassen des polnischen Staatsgebietes dürfen nur 20kg Gepäck mitgenommen werden. Alle Personen, welche dieser Aufforderung nicht nachkommen, werden mit Gewalt entfernt. Bis zum 30. Juni 1945, mittags 12 Uhr muss der Befehl ausgeführt sein.

(Quelle: Historische Daten aus: Grafschafter Bote (Sonderdruck) vom Verlag Zentralstelle Grafschaft Glatz/Schlesien e. V.)

Familiensaga der Familie Kruse - Gottwald. Ich weiß nicht, ob der Leser sich dieser Bedeutung unserer Familie bewusst ist.
[ ] Weil die Grafschaft Oldenburg vom 30-jährigen Krieg verschont blieb und weil keine Pest in der Grafschaft wütete, blieben sämtliche Kirchenbücher in Edewecht erhalten.
[ ] Und weil Edewecht isoliert war durch die ausgedehnten Moorgebiete ringsherum.
[ ] Dadurch kann ich die Abstammung vom alten Pastoren-Geschlecht Kruse amtlich belegen sowie die Blutsverwandtschaft zum Grafengeschlecht "von Oldenburg"
[ ] Wenn mein Opa (mütterlicherseits) Wilhelm Schumacher nicht als Schreiner-Geselle auf Wanderschaft gegangen wäre von Brandenburg nach Pommern, hätte er nicht meine Oma (mütterlicherseits) kennen gelernt. Allein deren Lebensgeschichte ist schon abenteuerlich genug vor dem historischen Hintergrund des Ersten und Zweiten Weltkriegs.
[ ] Wenn mein Vater nicht sein "Kuhdorf" verlassen und meine Mutter nicht in Berlin kennengelernt hätte, wäre ich nicht geboren worden. Sein Leben verlief schon sehr abenteuerlich.
[ ] Bleibt noch die Lebensgeschichte meiner Schwiegereltern zu erwähnen, die als Heimatvertriebene aus Schlesien kamen.
[ ] Man muss sich das mal vorstellen, wenn morgens Soldaten an der Haustür klingeln und dir den Befehl geben, du sollst bis 12h mittags zum Bahnhof kommen und darfst nur 20 kg Handgepäck mitnehmen. Bei Missachtung wirst du erschossen. Danach ziehen Polen in dein Haus ein und dein Dorf erhält einen polnischen Namen. Und du wirst im Viehwaggon mit der Eisenbahn abtransportiert und irgendwo in Deutschland "abgeladen".
[ ] Ohne meine Familienforschung und ohne meine Autorentätigkeit wäre diese Lebensgeschichte unserer Familie verloren gegangen.

 

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